DLD 6.0 auf dem Texas Instrument Travelmate 6030

von Günter Glanzer

Version 1.01 (06. März 1999)


Dieses Dokument beschreibt die Installation von Linux (DLD 6.0) auf einem Travelmate 6030 von Texas Instruments. Ich werde mich dabei an eine möglichst übersichtliche Schreibweise halten und das Ganze in mehrere Kapitel aufteilen!

Technische Daten meines Notebooks:

Prozessor:  Intel Pentium 133Mhz
Chipset:    Intel 439TX (i82371 PIIX Triton)
Ram:        48MB
BIOS:       Phoenix NoteBIOS 4.0 (1.01.17)
Video:      Cirrus Logic GD 7548 / 2MB Ram PCI
CardBus:    Texas Instruments PCI1130 (rev 4)
Sound:      ESS
LCD:        TFT 12" / SVGA 800x600 (65k Farben)
Pointer:    MouseStick (PS/2)
APM:        Standby, Suspend-to-disk, Suspend-to-RAM
HD          Toshiba MK4006MAV, 3909MB (4GB) 512kB Cache,
            CHS=993/128/63 (rawCHS=7944/16/63), UDMA Mode2
CD-ROM:     Matsushita UJDCD8732, ATAPI CDROM drive, 10x
Controller: Intel 82371AB/EB PCI Bus IDE Controller
I/O:        serial, parallel, IrDA, external Monitor,
            gameport, PS/2, audio-line-in, audio-line-out
            microphone-in, build-in-microphone,
            docking station

1. Einleitung

2. Installation der PCMCIA-Dienste

3. X Windows



1. Einleitung

ACHTUNG! Wichtiger Hinweis!

Der Autor dieser Anleitung übernimmt keinerlei Haftungen für Schäden
(z.B. gelöschte Festplatten, überschriebene Plug & Play InI-Strings usw.),
die aus der Benutzung dieses Dokuments entstehen könnten.

1.1 Vorwort

Da ich endlich ein vernünftiges Betriebssystem auf meinem Notebook haben wollte, begann ich mir eine Linux Distribution (DLD 6.0) einzurichten. Linux als Alternative zu anderen Betriebssystemen erscheint mir als sehr sinnvoll.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei ALLEN bedanken welche Ihre Gedanken, Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema Linux auf Laptop's im Internet veröffentlich haben.

Ich habe mir aus unzähligen Dokumenten in mühseliger Kleinarbeit alle notwendigen Daten zusammengesammelt und mit meinen Erfahrungen ergänzt. Ich hoffe, das dieses Dokument einigen Leuten (welche deutsch sprechen) hilft, die Deutsche Linux Distribution (DLD 6.0) auf Ihrem Notebook zu installieren.

1.2 Aktuelle Version

Falls es meine Freizeit zuläßt, werde ich diese Informationen von Zeit zu Zeit auf den neuesten Stand bringen. Ich hoffe, daß mir möglichst viele Leute Nachrichten zukommen lassen. Wenn dem so ist, kann die neueste Version unter http://www.waldviertel.net/glanzer/files/linux-laptop-ti6030dld.html eingesehen werden.

1.3 Grundinstallation der DLD

Als Grundsystem installiere ich unter Benutzung des grafischen Setup Programmes (ViPer) die Kombination der Voreinstellungen STANDARD-INSTALL und INTERNET (ca. 650MB). Alle zusätzlichen eventuell benötigten Programme und Ergänzungen werden dann im laufenden Text beschrieben.
Als aktuelles KernelPacket benutze ich "kernel-2.0.36-2.i386.rpm".

1.4 Feedback und Fehler

Falls in dieser Beschreibung Fehler enthalten sein sollten, oder falls jemand Anmerkungen und/oder konstruktive Kritiken abgeben möchte, der kann mir eine Nachricht unter g.glanzer@waldviertel.net zukommen lassen.



2. Installation der PCMCIA-Dienste

Es ist für mich extrem wichtig, daß ich mit meinen Notebook in einem Netzwerk und im Internet problemlos arbeiten kann. Es gibt diverse Netzwerk-Karten (z.B. Ethernet, FDDI, Token-Ring, ATM u.a.), serielle und parallele Leitungen (SLIP und PLIP), Modem und ISDN (PPP und IPPP) und mehr.

2.1 Welche Karte?

Der bequemste Weg geht über eine PCMCIA-Kombikarte. Sie belegt nur einen PCMCIA-Slot und deckt dabei die Funktionen Ethernet und Modem ab. Ich habe mich für eine XIRCOM CEM-56 CreditCard entschieden. Bis vor einiger Zeit wurde diese Kartenfamilie von Linux nicht unterstüzt. Der Linux Treiber für Xircom PCMCIA Karten wird von Werner Koch gepflegt und ist mittlerweile (seit der Version 3.0.0) Bestandteil des Paketes pcmcia-cs.

2.2 PCMCIA-Software installieren

Mit der Default-Installation der DLD 6.0 funktioniert die Aktivierung der PCMCIA Dienste mit Sicherheit NICHT!! Ich hoffe das es aber bald eine Korrektur auf dem DELIX FTP-Server dazu gibt.

Falls eine X-Oberfläche installiert wurde muss unbedingt das Paket "xforms" zuvor installiert werden (wird von DLD mitgeliefert). Nachdem ich mit diesem Notebook auch mit der grafischen Oberfläche arbeiten will, habe ich natürlich diese Paket nachinstalliert.

Danach habe ich mir von obiger Adresse das aktuelle "CARD Servic"-Paket geholt und in das Verzeichnis /usr/src entpackt.
In diesem Verzeichnis stehend habe das Paket neu kompiliert (Anmerkung: Ich habe das RPM-Paket "kernel-pcmcia-cs" für diesen Vorgang NICHT deinstalliert!). Als erstes wird das Paket konfiguriert: (mit make config)

   texas:[pcmcia-cs-3.0.9] # make config

   Linux PCMCIA Configuration Script
   ..
   Linux source directory [/usr/src/linux]:        
   ..
   Alternate target install directory []:          
   Module install directory [/lib/modules/2.0.36]: 
   C compiler name [gcc]:                          
   Linker name [ld]:                               
   Compiler flags for debugging []:                
   Build 'trusting' versions of card .. [n]:       
   Include 32-bit (CardBus) card support .. [n]:   
   ..
   Enter Option (1-3) [1]:                         3
     Symetric multiprocessing support              n
     PCI BIOS support                              n
     Advanced Power Management (APM) support       n
     SCSI support                                  y
     TCP/IP networking                             y
      Radio network interfaces support             n
      Token Ring device support                    n
     Set version information for module symbols    n
     Include PCMCIA IDE device support             y
     DEC Alpha UDB target platform                 n
     /proc filesystem support                      y
   ..
   X Windows include files found
   ..

und anschließend mit # make all kompiliert.

Nach erfolgreicher Kompilierung wird dieses Paket mit dem Befehl # make install über das vorinstallierte einfach drüber kopiert :-)

Nun sollte man erst einmal die Datei /etc/pcmcia/config.opts editieren. In dieser Datei steht, wo nach Resourcen gesucht werden darf und wo nicht. Ich habe hier meine eigene config.opts angeführt.

######################################################################
# Lokales PCMCIA Konfiguration File
# fuer Texas Instruments Travelmate 6030
# /etc/pcmcia/config.opts
#
# System resources welche fuer PCMCIA Geraete gebraucht werden
#
include port 0x200-0x3ff
include memory 0xd4000-0xdffff
# Cardbus-Controller
include irq 10
#
# Resources welche wir NICHT verwenden sollen
#
# Systemzeitgeber
exclude irq 0
# Keyboard
exclude irq 1
# Interrupt-Controller
exclude irq 2
# COM2
exclude irq 3
# COM1
exclude irq 4
# (Soundkarte)
exclude irq 5
# Floppy-Controller
exclude irq 6
# LPT1
exclude irq 7
# Systemuhr
exclude irq 8
# Sollte freibleiben
exclude irq 9
#
exclude irq 11
# PS/2 Maus
exclude irq 12
# Coprozessor
exclude irq 13
# IDE0
exclude irq 14
# IDE1
exclude irq 15

Für eine Netzwerkverbindung muß man dann auch noch die Datei /etc/pcmcia/network.opts editieren. Hier ein Auszug mit den wichtigsten Einträgen:

# Network adapter configuration
#
    # IP address
    IPADDR="192.168.1.11"
    # Netmask
    NETMASK="255.255.255.0"
    # Network address
    NETWORK="192.168.1.0"
    # Broadcast address
    BROADCAST="192.168.1.255"
    # Gateway address
    GATEWAY="192.168.1.1"
    # Domain name
    DOMAIN="waldviertel.net"
    # Nameserver #1
    DNS_1="192.168.1.254"

Damit sich die PCMCIA-Karten automatisch beim hochfahren aktivieren und beim hinunterfahren deaktivieren können, muß die Datei /etc/sysconfig/pcmcia wie folgt aussehen:

PCMCIA=yes
PCIC=i82365
PCIC_OPTS=
CORE_OPTS=
CARDMGR_OPTS=

Erst nachdem diese Dateien richtig editiert wurden,

Während des Bootvorgangs sollten zwei hohe Töne zu hören sein. Dies zeigt, daß der Card-Manager die Karte richtig erkannt hat. Sollte ein hoher und danach ein tiefer Ton zu hören sein, wurde ein Fehler erkannt. Für den Fall das Linux 'einfriert' wurde wahrscheinlich die Option "PCI BIOS support" nicht abgeschaltet (beim erzeugen des Programmes). Ob das System alles "richtig" gemacht hat sehen wir unter /var/log/messages:

Mar  5 20:20:35 (none) kernel: Linux PCMCIA Card Services 3.0.9
Mar  5 20:20:35 (none) kernel:   kernel build: 2.0.36 unknown
Mar  5 20:20:35 (none) kernel:   options:  none
Mar  5 20:20:35 (none) kernel: Intel PCIC probe:
Mar  5 20:20:35 (none) kernel:   Intel i82365sl DF ISA-to-PCMCIA at port 0x3e0 ofs 0x00, 2 sockets
Mar  5 20:20:35 (none) kernel:     host opts [0]: none
Mar  5 20:20:35 (none) kernel:     host opts [1]: none
Mar  5 20:20:35 (none) kernel:     ISA irqs (scanned) = 3,4,5,7,9,10,11,12 status change on irq 11
Mar  5 20:20:35 (none) cardmgr[2416]: starting, version is 3.0.9
Mar  5 20:20:35 (none) cardmgr[2416]: watching 2 sockets
Mar  5 20:20:35 (none) kernel: cs: IO port probe 0x0200-0x03ff: excluding 0x220-0x22f 0x330-0x337 0x378-0x37f 0x388-0x38f
Mar  5 20:20:35 (none) cardmgr[2416]: initializing socket 0
Mar  5 20:20:35 (none) kernel: cs: memory probe 0x0d4000-0x0dffff: clean.
Mar  5 20:20:35 (none) cardmgr[2416]: socket 0: Xircom CEM56 Ethernet/Modem
Mar  5 20:20:35 (none) cardmgr[2416]: executing: 'insmod /lib/modules/2.0.36/pcmcia/xirc2ps_cs.o'
Mar  5 20:20:35 (none) kernel: xirc2ps_cs.c 1.31 1998/12/09 19:32:55 (dd9jn+kvh)
Mar  5 20:20:35 (none) cardmgr[2416]: executing: 'insmod /lib/modules/2.0.36/pcmcia/serial_cs.o'
Mar  5 20:20:40 (none) kernel: eth0: auto negotation failed; using 10mbs
Mar  5 20:20:40 (none) kernel: eth0: media 10BaseT, silicon revision 5
Mar  5 20:20:40 (none) kernel: eth0: Xircom: port 0x300, irq 10, hwaddr 00:80:C7:25:ED:9E
Mar  5 20:20:40 (none) kernel: tty03 at 0x02e8 (irq = 10) is a 16550A
Mar  5 20:20:40 (none) cardmgr[2416]: executing: './network start eth0'
Mar  5 20:20:44 (none) kernel: eth0: media 10BaseT, silicon revision 5
Mar  5 20:20:44 (none) cardmgr[2416]: executing: './serial start ttyS3'

Ferner existiert eine Datei /var/run/stab, die Auskunf über die vom System erkannten und installierten PCMCIA-Geräte gibt:

Socket 0: Xircom CEM56 Ethernet/Modem
0	network	xirc2ps_cs	0	eth0
0	serial	serial_cs	0	ttyS3	4	67
Socket 1: empty

Eine ausgezeichnete Informationquelle über das System bildet das "/proc"-Verzeichnis. Ich habe hier einige der relvanten Verzeichnisinhalte abgebildet. Die wichtigen Eintragungen für PCMCIA betreffen "xirc2ps_cs" und "i82365":

# cat /proc/ioports

0000-001f : dma1
0020-003f : pic1
0040-005f : timer
0060-006f : keyboard
0070-007f : rtc
0080-009f : dma page reg
00a0-00bf : pic2
00c0-00df : dma2
00f0-00ff : npu
0170-0177 : ide1
01f0-01f7 : ide0
02e8-02ef : xirc2ps_cs
0300-030f : xirc2ps_cs
0376-0376 : ide1
03c0-03df : vga+
03e0-03e1 : i82365
03f0-03f5 : floppy
03f6-03f6 : ide0
03f7-03f7 : floppy DIR
03f8-03ff : serial(auto)

# cat /proc/interrupts

 0:     545191   timer
 1:       2801   keyboard
 2:          0   cascade
 8:          1 + rtc
10:       2952   xirc2ps_cs
11:         12   i82365
13:          1   math error
14:      43717 + ide0
15:          0 + ide1

# cat /proc/modules

serial_cs          1		0
xirc2ps_cs         3		1
ds                 2	[serial_cs xirc2ps_cs]	2
i82365             3		2
pcmcia_core        8	[serial_cs xirc2ps_cs ds i82365]	0
nls_iso8859_1      1		2 (autoclean)
nls_cp437          1		2 (autoclean)

# cat /proc/devices

Character devices:
 1 mem
 2 pty
 3 ttyp
 4 ttyp
 5 cua
 7 vcs
10 misc
127 pcmcia

Block devices:
 1 ramdisk
 2 fd
 3 ide0
 7 loop
 9 md
22 ide1

Mit dem Kommando /sbin/ifconfig wird die aktuelle Interface Einstellung angezeigt:

lo        Link encap:Local Loopback
          inet addr:127.0.0.1  Bcast:127.255.255.255  Mask:255.0.0.0
          UP BROADCAST LOOPBACK RUNNING  MTU:3584  Metric:1
          RX packets:65 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:65 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          collisions:0

eth0      Link encap:Ethernet  HWaddr 00:80:C7:25:ED:9E
          inet addr:192.168.1.11  Bcast:1932.168.1.255  Mask:255.255.255.0
          UP BROADCAST RUNNING MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
          RX packets:2929 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:276 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:26
          collisions:0
          Interrupt:10 Base address:0x300

Die aktuelle Routing Tabelle kann man sich mit /sbin/route ansehen:

Kernel IP routing table
Destination     Gateway         Genmask         Flags Metric Ref    Use Iface
192.168.1.0     *               255.255.255.0   U     0      0        4 eth0
loopback        *               255.0.0.0       U     0      0        1 lo



3. X Windows

3.1 Installation des X-Server's

Um die Grafik-Fähigkeiten des TI-6030 unter Linux voll nutzen zu können, (der Chipsatz ist von Cirrus Logic GD 7548) benutze ich einen kommerziellen Treiber (Laptop Accelerated-X V4.1.2) von der Firma Xi Graphics. Ich bin sehr zufrieden mit diesem X-Server und der Support via E-Mail funktioniert auch hervorragend.

Da bei der DLD 6.0 Pro. der Desktop Accelerated-X V4.1.2 dabei ist, habe ich zuerst diesen bei der automatischen Installation mit auf den Notebook installiert und danach von der LX-CD den Laptop Accelerated-X V4.1.2 darüberinstalliert. Dabei habe ich die "minimal" Installation ausgewählt und alle Abfragen betreffend "überschreiben J/N" mit JA beantwortet!

Damit man auf dem Notebook Display auch die max. Auflösung von 800x600 anzeigen kann, muß man ein kleines Update von Xig's FTP-Server einspielen. Diese Version korrigiert die Einschränkung des LCD's auf 640x480 Punkte!

Nun richte ich mit xconfig den Notebook für X-Oberfläche her. Als erstes wähle ich den Server. Unter dem Punkt X-Server aktiviere ich Xaccel. Nun konfiguriere ich den gewählten X11-Server mit Konfig. Für das erste Setup benutze ich Xsetup.text.

Für meine Notebook TI-6030 benutze ich folgende Einstellung:

  Graphics Board: Cirrus Logic GD7548, 2MB
         Monitor: LCD SVGA (800x600)
          Colors: 256
     Resolutions: 800x600@60
         Desktop: Disabled
 EnergyStar/DPMS: On
 Keyboard Layout: German
      Mouse Type: PS/2 Mouse
    Mouse Device: /dev/psaux
 Emulate3Buttons: Emulate 3 Buttons
        Settings: << expand >>

Nach diesen Einstellungen gehe ich zurück zu dem Punkt Client. Dort wähle ich mir über Windows-Manager den KDE (kwm) als Default für alle Benutzer aus.

3.2 Update des KDE-Window Manager

Die DLD 6.0 wird Standardmäßig mit dem KDE-Desktop V1.0 ausgeliefert. Derzeit ist die Version 1.1 aktuell. Die dafür notwendigen RPM-Pakete kann man sich von dem KDE-1.1 FTP-Server (DLD6.0) kostenlos herunterladen. Da bei mir das Update (KDE 1.0 war ja vorinstalliert) etwas Probleme machte schlage ich folgenden Ablauf vor:

rpm -Uvh qt*                            # Update der QT-Libs
rpm -Uvh --nodeps --force kde*          # Update der KDE Pakete

anschließend nach eigenem Programminstallations Status die restlichen Pakete einspielen

Sollte jemand die Pakete erst neu installieren, so muß man unbeding auf die richtige Reihenfolge achten:

1.   Install der QT-Libs
2.   Install von KDE support
3.   Install von KDE libs
4.   Install von KDE base
5.   Danach ist die Reihenfolge egal!!



?. keine Weiterentwicklung mehr !!!